Wie wird der KBW berechnet?
Der KBW summiert alle zukünftigen Cashflows des Projekts, abgezinst auf den Gegenwartswert mit einem Zinssatz, der Opportunitätskosten und Risiko widerspiegelt. Davon wird die Anfangsinvestition abgezogen.
I₀ = Anfangsinvestition · Fₜ = Cashflow im Jahr t · i = Kalkulationszinssatz · n = Horizont in Jahren.
Zahlenbeispiel
Ein Café benötigt 100.000 € Anfangsinvestition. Es prognostiziert einen Nettofluss von 30.000 € jährlich über 5 Jahre. Der Inhaber verlangt einen Kalkulationszinssatz von 15%.
KBW = −100.000 + 30.000/(1,15)¹ + 30.000/(1,15)² + 30.000/(1,15)³ + 30.000/(1,15)⁴ + 30.000/(1,15)⁵
KBW = −100.000 + 26.087 + 22.684 + 19.725 + 17.152 + 14.914 = +562 €
Der KBW ist positiv, aber knapp: Das Projekt deckt den Zinssatz von 15% und lässt 562 € zusätzlichen Gegenwartswert übrig. Jede CAPEX-Überschreitung oder Umsatzeinbuße macht ihn negativ — ein empfindliches Projekt.
3 häufige Fehler bei der KBW-Berechnung
1.Den Kalkulationszinssatz unterschätzen
Ein sehr niedriger Zinssatz (8–10%) lässt fast jedes Projekt positiv erscheinen. Für KMU in Lateinamerika ist ein realistischer Wert 18–25% — Risiko + Opportunitätskosten eines dollarbasierten Festgelds.
2.Working Capital vergessen
Die anfängliche CAPEX besteht nicht nur aus Ausrüstung: Beziehen Sie 2–3 Monate Fixkosten als Working Capital ein. Ohne dieses Polster wird der Cashflow im Jahr 1 negativ und der KBW halbiert sich.
3.Bei Anlaufphasen gleichförmige Flüsse annehmen
Ein neues Geschäft fakturiert im ersten Jahr wenig und wächst später. Dieser Rechner geht von konstanten Flüssen aus — für höhere Präzision verwenden Sie das vollständige Dashboard, das jahresweise Flüsse erlaubt.
Häufig gestellte Fragen
- Am häufigsten wird der Mindestzinssatz des Investors verwendet: wie viel er mindestens verdienen will. Für KMU in Lateinamerika typisch 18–25%. Bei Fremdkapital den WACC nutzen. Bei eigenem Kapital die Opportunitätskosten.